Es begann alles mit einem Modell der Isetta. Zu Weihnachten, vor vielen Jahren, gab es ein Modellauto des ADAC als Geschenk. Im Laufe der Zeit gesellte sich noch die ein oder andere dazu.

Bei der Sonderaustellung zum 50jährigen, im Deutschen Museum in München, ist es dann geschehen. Am letzten Tag der Ausstellung sahen wir uns die restaurierten und unfertigen Isetten an. Zu allem Übel konnte man sich auch in eine hinein setzen. Nach dem Probesitzen wurde der Entschluss gefasst eine Isetta in den Fuhrpark mit auf zu nehmen.

Nach langer Suche im Internet wurde ich auf zwei Isetten aufmerksam. Beide bei einem bekannten Online-Auktionshaus. Das erste Fahrzeug war fahrbereit. Die Restauration lag schon länger zurück und es gab noch ein Unfallschaden am Heck des Fahrzeugs. Das zweite war im Zustand 5, nur rollfähig, aber gut und fair beschrieben. Nach einem Telefonat mit Gosbert von Brunn, der bei mir um die Ecke wohnt, entschieden wir uns für die Zweite.

Nach erfolgreichem Gebot ging die Fahrt in die Nähe von Aschaffenburg. Dort stand sie. Eingestaubt, Verrostet und mit fast platten Reifen. Nach dem das Finanzielle mit dem Vorbesitzer geklärt war, wurde sie, mit der Hilfe eines Kumpels, auf dem Anhänger verladen.

Nun nahmen die Dinge ihren Lauf. Die Knutschkugel wurde zerlegt.
Dabei kamen die ersten leisen Zweifel auf: "War dies die richtige Entscheidung?". Ein Teil nach dem anderen wurde abgebaut und in Kisten gelagert. Als die Karosserie dann ohne Anbauteile vor mir stand, ging es zum Sandstrahlen.

Was zurück kam war auf den ersten Blick nicht sehr ermutigend. Überall Löcher und Dellen. Nachdem ich jemand fachkundigen für die Blecharbeiten finden konnte, wurden die unteren 10-15 cm samt Boden, sowie die Fensterleisten herausgetrennt. Man fertigte Bleche an, ein kompletter Boden und Reparaturbleche wurden besorgt und eingeschweißt. Am Ende dieser Arbeiten ging die Karosserie zum Lackierer.

Nun kam das Fahrgestell an die Reihe. Dank der Hilfe von Gosbert, der alle Teile und sein Fachwissen zur Verfügung stellte, ging es voran. Zuerst machte ich mir an Motor, Getriebe und der Hinterachse zu schaffen. Alles wurde bis in die kleinste Schraube zerlegt und wenn nötig erneuert. Nun wurde das Fahrgestell komplett überholt. Alles wurde abgebaut, gereinigt, instand gesetzt und wieder zusammen gebaut. Die Zeit strich ins Land und der Wiederaufbau zog sich nun schon 2 Jahre hin.

Auch die Wahl des Lackes war nicht ganz einfach. Zur Auswahl standen Korallenrot/Sanddünenbeige (Bild links) oder Weinrot/Sanddünenbeige (Bild rechts). Nach einer eineinhalbjährigen Diskussion konnten wir uns endlich auf eine Farbe einigen. Ich gab nach und die Wahl viel auf Weinrot/Sanddünenbeige.
Die Farbe wurde gekauft und beim Lackierer abgeliefert. Jetzt warten wir auf die Karosserie um den Winter wieder in der Garage zu verbringen.

Die Karosse wurde schon gefüllert und das erste mal geschliffen. Leider ist die Heizung der Lackierkabine defekt, so dass ich noch auf die endgültige Lackierung warten muss. Nachdem die Heizung auf Vordermann gebracht wurde wird noch einmal fein geschliffen und dann kann es los gehen.

Endlich ist es soweit! Die fertig lackierte Karosserie wurde abgeholt und ist nun auf dem Rahmen montiert. Jetzt beginnt die Verkabelung und der Innenausbau. Danach muss die Sitzbank zum Sattler und der Teppich verlegt werden.

Nun sind alle Arbeiten abgeschlossen. Der Teppich verlegt, der Motor eingestellt und alles verkabelt. Auch der TÜV gab mir seinen Segen und so kann ich mit meiner Knutschkugel endlich die ersten Fahrten unternehmen.

Nachdem die Jungfernfahrt nicht ganz ohne Probleme ablief, Fehler in der Elektrik mit Totalausfall mitten in der Nacht. Läuft die Kleine nun schon an die 300km ohne größere Probleme. Der Vergaser muss nochmals justiert und die LIMA geprüft werden. Der Ladestrom passt noch nicht. Bis dies aber möglich wird, ist meine Isetta in der Garage und hält ihren verdienten Winterschlaf.

Damit sie diesen nicht ganz alleine verbringen muss, haben wir ihr noch einen Smart mit in die Garage gestellt.